Die Geschichte von Tecumseh

 

Im Cheers steht neben der Eingangstür eine lebensgroße Figur als Holz. Sie stellt Tecumseh, einen der berühmtesten Indianerhäuptlinge dar.  Hier folgt nun grob Umrissen seine Lebensgeschichte:
 
Tecumseh, dessen Name »
Himmlischer Puma, der auf der Lauer liegt« bedeutet, wurde im Jahre 1768 im Dorf Old Piqua am Mad River geboren. Er gehörte dem Stamm der Shawnee an. Das Wort »Shawnee« bedeutet die Südlichen. Sie wurden deshalb so genannt, da sie der südlichste Volks- stamm der Algonkin-Sprachfamilie waren. Die Shawnee lebten im Gebiet des Ohio River, wo auch andere Algonkin-Stämme, wie die Delaware, Chippewa, Ottawa u. a. wohnten. Sie bauten wie die anderen Stämme dieses Gebietes Mais an und lebten in Kuppelförmigen Stroh-, Rinden- oder Fellhütten.
 

Als junger Mann beteiligte sich Tecumseh an einer Schlacht gegen 1400 Soldaten, die unter der Führung von General Arthur St. Clair in das Ohio-Tal vorgedrungen waren. Der damalige Häuptling Little Turtle zeigte ihm, wie man mit einer Allianz, bestehend aus verschiedenen Stämmen, auch eine solche Macht wie die US-Armee besiegen kann. Neunhundert US-Soldaten mussten bei dieser Schlacht ihr Leben lassen.   Seit diesem Tag war Tecumseh davon überzeugt, dass man den weißen

Eindringlingen nur durch die Ver-
entreten kann. Nachdem Tecum- mes aufgestiegen war, began- Bündnis möglichst vieler Indi- Sein Ziel war es, gegen die wei- zu schaffen. Sieben Jahre lang chen der kanadischen Grenze sich mit unzähligen Indianer- Plan zu gewinnen. So gelang ihm nee, Miami, Delawaren,  Chip- aber im Frühjahr des Jahres osten (Cherokee, Chickasaws, von
seinem Plan überzeugen wol-

inigung mehrerer Stämme entge- seh zum Häuptling seinen Stam- nen seine Bemühungen um ein anerstämme gegen die Weißen. ße Union eine "Indianische Union" durchreiste er das Gebiet zwi- und dem Golf von Mexiko. Er traf stämmen, um diese für seinen z.B. die Vereinigung der Shaw- pewas und Potawatomis. Als er 1811 auch die Stämme des Süd- Choctaws, Creek und Seminolen) lte, scheiterte er am Einspruch

von Pushmatahas, dem Häuptling der Choctaws und Chickasaws, da sich dieser gegen eine gewalttätige Auseinandersetzung mit den Weißen aussprach.  Als wenn das Übel dieser Absage nicht schon groß genug gewesen wäre, gab es während seiner Abwesenheit ein weiteres negatives Ereignis in seinem Heimatland.

Tecumseh hatte seinen Zwillingsbruder Tenskwatawa (auf dem Bild hier links drunter, der mit dem Schnäutzer) als Stellvertreter zurückgelassen. Tenskwatawa war ein Medizinmann und Prophet, der zwar von Teumsehs Plan überzeugt war, dessen Verwirklichung aber nach seiner Ansicht nur durch

Zauber und einer übernatürlichen Macht möglich sein würde. Als am 7. November 1811 die amerikanische Armee unter der Führung von General Jusiah Harrison in Tecumsehs Heimat eindrang, führte Tenskwatawa einen Teil von Tecumsehs Streitmacht viel zu früh und unvorbereitete in die Schlacht, und das gegen der strickten Anweisung seines Bruders. Er war davon überzeugt, dass eine höhere Macht für den Sieg der Indianer sorgen würde. Und so kam was kommen musste. General Harrison schlug die indianische Streitmacht auf der ganzen Linie, vernichtete anschließend das gesamte Waffenarsenal, und legte die Hauptstadt Teppecanoe in Schutt und Asche.
Nach dieser Niederlage lösten sich viele Stämme von dem Bündnis, und die Arbeit von mehreren Jahren war durch die unverantwortliche Tat seines fanatischen Bruders umsonst gewesen. Tecumseh floh daraufhin nach Kanada und kämpfte dort im englisch-amerikanischen Krieg auf Seiten der Engländer.

Hier wurde er wegen seiner taktischen Fähigkeiten zum Brigadegeneral befördert.  Am 5. Oktober 1813 ging er in sein letztes Gefecht, bei dem er auf dem Schlachtfeld als einfacher indianischer Krieger fiel.   Daraufhin vertrieb General Harrison die Stämme der Algonkin-Sprachfamilie aus ihrer Heimat. Auf ihrer Wanderung schlossen sich die Shawnee den Delaware und Mahican an und wehrten alle Angriffe feindlicher Stämme ab, die friedlichen Verwandten galten. Die Delaware trennten sich von den Shawnee und zogen ins Indianerterritorium Oklahoma. Die Shawnee zogen an den Cumberland River nach Kentucky.
 
1831 übergaben die Shawnee ihre Stammesgebiete an die Vereinigten Staaten und gingen zu einer Stammesgruppe nach Kansas. In den Jahren zwischen 1845 und 1867 verließen sie ihren gewählten Wohnsitz und siedelten ins Indianerterritorium Oklahoma um.
 
Bei einer Zählung im Jahre 1909 in Oklahoma wurden 1.388 Stammesangehörige registriert. Bis 1985 war diese Zahl auf 377 Shawnee gesunken.
 
Tecumseh war der einzige Häuptling in der indianischen Geschichte, dem es gelang, so viele Indianerstämme zu vereinigen. Hätte sein Bruder nicht so unverantwortlich gehandelt und hätten sich die Indianerstämme des Südosten an dem Bündnis beteiligt, wäre die amerikanische Geschichte vielleicht ganz anders verlaufen.
 

  

Ich will noch versuchen, ein Bild der Holfigur aus dem Cheers zu finden. Das ganz oben zu sehende Porträt von Tecumseh lässt sich übrigens durch anklicken noch vergrößern.

 

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